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Bauhaus Dessau

Das Bauhaus in Dessau

Das Bauhaus - 1919 als "Staatliches Bauhaus in Weimar" von Walter Gropius als Ausbildungsstätte ins Leben gerufen - leitete als Institution eine grundlegende Wende in der Umwelt- und Produktgestaltung ein. Das Grundprinzip - form follows function - führte zu der Klarheit der Linien und Formen, welche eine industrielle Serienproduktion ermöglichte. Dadurch wurden die Produkte für viele Menschen erschwinglich. Volksbedarf statt Luxusgüter - nach der Weltwirtschaftskrise sind neben bezahlbaren Konsumgütern auch erschwingliche Wohnungen gefragt. Auch hier ging die Bauhaus-Bewegung neue Wege.

Die Bezeichnung Bauhaus geht auf die Bauhütten der Renaissance zurück. Hier arbeiteten Künstler und Handwerker gemeinsam. Walter Gropius, der 1919 an die Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Künste in Weimar als Direktor berufen wurde, sah in dieser Verbindung von Handwerk und Kunst die entscheidende Basis für Ausbildung der Designergeneration des 20. Jahrhunderts. Die gemeinsame Ausbildung von Künstlern und Handwerkern oder die handwerkliche Ausbildung des Künstlers sollte das Grundprinzip des Studiums an seiner Hochschule sein. Der Blick auf Umsetzbarkeit und mögliche industrielle Fertigung in der Entwurfsphase war Bestandteil der Ausbildung.

Als 1924 die Stadt Weimar die Zuschüsse um die Hälfte kürzt, zieht das Bauhaus als Hochschule für Gestaltung nach Dessau. In den Jahren 1925 und 1926 entstand das Dessauer Bauhausgebäude. Es diente als Schulgebäude der Architektur- und Designschule Bauhaus, welche 1926 als Staatliche Hochschule von Anhalt anerkannt wurde. Dies änderte sich 1931, als die NSDAP im Stadtrat die Mehrheit gewann.

Die Intoleranz und provinzielle Engstirnigkeit der Verwaltung der Stadt Dessau führte letztendlich zur Auflösung der Ausbildungsstätte und in der Folge durch Auswanderung der Lehrer zur weltweiten Ausbreitung des Bauhausgedankens. “Hitler shook the tree and America got the apples”, sagt man. Die meisten der Bauhausdozenten emigrierten in die USA, wo sie ihre Ideen umsetzen konnten.

Walter Gropius

Walter GRopius

✸ 1883 in Berlin, Deutschland
✝  1969 in Boston, USA

Nimmt 1903 ein Studium der Architektur in München auf, das er in Berlin beendet. Nach einer Zeit im Büro von Peter Behrens, Begründer der modernen Industriearchitektur, der Schritt in die Selbständigkeit. 1919 Berufung als Direktor der Kunstschule in Weimar, die dann zum "Staatlichen Bauhaus" wurde.

Mies van der Rohe

Mies van der Rohe

✸ 1886 in Aachen, Deutschland
✝  1969 in Chicago, USA

Als Sohn eines Bauunternehmers geboren, trifft er bei seiner Arbeit im Architekturbüro von Peter Behrens auf Walter Gropius und Le Corbusier. Nach der Berufung zum Leiter des Bauhauses durch Gropius 1930 und der Schließung des Bauhauses in Dessau 1938 Emigration in die USA.

Marcel Breuer

Marcel Breuer

✸ 1902 in Pécs, Ungarn
✝  1981 in New York City, USA

1920 Schüler am Bauhaus in Weimar mit einem Abschluß als Tischler. Nach einem Aufhenthalt in Paris leitete er bis 1928 die Möbelwerkstatt im Bauhaus. Er verließ Deutschland 1935, ließ sich nach einer Zeit in London in den USA nieder und gründete dort mit Gropius ein Architekturbüro.

Wassily Kandinsky

Wassily Kandinsky

✸ 1866 in Moskau, Russland
✝  1944 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich

Von seinen Eltern gefördert, studierte Kandinsky zunächst unter anderem Jura. Seine künstlerische Ausbildung begann er 1896 in München. Auf Einladung von Gropius nahm Kandinsky 1921 am Bauhaus eine Lehrtätigkeit auf. Als das Bauhaus in Dessau aufgelöst wurde, zog er nach Frankreich und verstarb dort 1944.

Josef Albers

Josef Albers

✸ 1888 in Bottrop, Deutschland
✝  1976 in New Haven, USA

Nach dem Studium an verschiedenen Kunstschulen und an der Akademie der Bildenden Künste Berlin von 1913 bis 1920 schließlich ein Vorkurs am Bauhaus in Weimar, später Leiter der Möbelwerkstatt und ab 1930 unter van der Rohe dessen Stellvertreter. Nach 1933 am Black Mountain College in den USA.

Oskar Schlemmer

Oskar Schlemmer

✸ 1888 in Stuttgart, Deutschland
✝  1943 in Baden-Baden, Deutschland

Nach der Ausbildung an einer Kunstgewerbeschule und Studium an der Stuttgarter Akademie übernimmt er 1923 die Bühnen-arbeit am Bauhaus zunächst in Weimar, dann in Dessau. 1929 wird Schlemmer an die Staatliche Akademie in Breslau berufen. Nach 1933 war für ihn eine künstlerische Arbeit unmöglich.

Nach nahezu 100 Jahren sind die Ideen der damaligen Bauhaus-Bewegung aktueller denn je. Neben der Formsprache sind auch die Verbindungen zwischen Form und Funktion und zwischen Fertigung und Design ein wesentlicher und notwendiger Bestandteil der Produktentwicklung von heute, obgleich der Ansatz der Gleichwertigkeit von Handwerk und Design in der Ausbildung nicht immer gegeben ist. -ch

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